B-Junioren sichern sich den Klassenerhalt in Elzach

4. Juni 2017

Schon am Treffpunkt zur Fahrt nach Elzach ist klar: heute ist irgendwas anders. Eigentlich logisch, denn um ganz sicher nicht aus der Landesliga abzusteigen, müssen die Jungs noch mindestens einen Punkt holen. Die Spieler sind schweigsamer als sonst, die Eltern sagen pausenlos irgendwelche aufmunternden Sätze, und die Trainer versuchen erfolglos ganz locker zu wirken. Wer aber zum Beispiel den Headcoach, Frank Steurer, ein bisschen genauer beobachtet, merkt sofort: dem Mann geht die Muffe. Dann ist Abfahrt. In meinem Auto sitzen 3 Jungs, die – und das ist das wirklich überraschende – die ganze Fahrt kein Wort sagen. Sonst solche Labertaschen, aber diesmal 80 Minuten Stille. Keine angstvolle, sondern konzentrierte Stille. Und da habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass das heute nicht schiefgehen wird. Und voll konzentriert geht es dann auch in der Kabine beim Umziehen weiter, und bei der Traineransprache, und beim Warmmachen. Und dann schließlich auch dort, wo es am wichtigsten ist: auf dem Platz. Von Anfang an ist die Mannschaft da, zeigt durch Körpersprache, Einsatzwillen und Spielfreude, dass sie begriffen hat, worum es heute geht. Die Elzacher haben nicht den Hauch einer Chance und sind in allen Belangen unterlegen. Die Tore zur 2:0 Halbzeitführung durch Philipp Jörger und Adem Güney drücken die Überlegenheit unserer Mannschaft nur unzureichend aus. Und das Elzach kurz nach der Pause in der 41. Minute den Anschlusstreffer erzielt, wird zwar zur Kenntnis genommen, stört aber niemanden wirklich. Eine Minute später macht Adem Güney das 3:1, und Sanel Mujic und Samuel Frietsch erhöhen bis zur 58. Minute auf 5:1. Die Messe ist gelesen. Die Wiese ist gemäht. Der Fisch ist geputzt. Von allen fällt die Anspannung ab, was den Elzachern noch 2 Tore zum 5:3 Endstand ermöglicht. Die Jungs haben das wirklich großartig gemacht und sich mit diesem Sieg dann sogar noch auf den 6. Tabellenplatz verbessert. Glückwunsch an das ganze Team! Klasse!Bei aller Freude stellt man sich als Trainer oder Betreuer aber auch die Frage: warum nicht immer so? Warum nicht zweimal die Woche je 90 Minuten im Training und einmal 80 Minuten im Spiel diese Konzentration, diese Leidenschaft und diesen Willen? Warum? Keine Ahnung. Aber wir werden auch nächste Saison an der Antwort auf diese Frage arbeiten. Vielleicht begreifen unsere Spieler dann irgendwann, dass es letztlich die Einstellung eines jeden Einzelnen ist, die den Unterschied ausmacht. Und wenn sie das begreifen, dann ist auch mehr drin als diese Saison. Viel mehr.                  

SZ