Bad Boys meet Good Girls

28. Februar 2017

Einmal ein Bad Boy sein, davon träumen sicher viele Jungs. Für unsere B-Jugend wurde der Traum in der Bühler Schwarzwaldhalle Wirklichkeit. Allerdings ein bisschen anders als sie es sich erträumt haben mögen. Sie versuchten sich nämlich im Sport der berühmtesten Bad Boys Deutschlands, der Handball Nationalmannschaft, und taten das in einer gemeinsamen Trainingseinheit mit den Good Girls. Die Good Girls spielen in der weiblichen B-Jugend der SG Kappelwindeck/Steinbach und stehen in der höchsten Spielklasse, der Baden-Württemberg Oberliga, souverän an der Tabellenspitze.


Die entscheidende Frage war natürlich: Kann das gut gehen, wenn mehr als 40 Jungs und Mädels gemeinsam auf der Platte (so nennt der Handballer sein Spielfeld) stehen? Ich mein, die sind alle 15 oder 16 Jahre alt, in dem Alter fängt man ja gerade an sich auch für andere Dinge zu interessieren als Handball oder Fußball, für das andere Geschlecht zum Beispiel. Soviel vorweg: es ging gut. Sehr gut sogar. Das lag natürlich vor allem am Trainer der Mädels, Siggi Oser, der das Training mit Ruhe und Autorität souverän leitete. Als sein erster Pfiff ertönte, waren die Mädels sofort still, und nachdem unsere Jungs wie gewohnt weiter plapperten und er sie nur mit einem Blick zum Schweigen brachte, war klar: wir können hier heute jede Menge Spaß haben, aber ernsthaft bitte.


Dann ging es los mit einem lockeren Aufwärmprogramm, das dem beim Fußball sehr ähnlich ist, gefolgt von Passübungen, bei denen man schnell merkte, dass einige unserer Spieler an ihrer Beweglichkeit durchaus noch arbeiten sollten. Mit den Beinen superschnell unterwegs, aber manchmal ein wenig hüftsteif. Dann kam eine Erste-Welle-Übung. Das heißt, man übt den direkten Tempogegenstoß und zwar so: Auf der Platte sind 3 Angreifer und 3 Verteidiger, die Angreifer werfen sofort aufs Tor, rennen im Vollsprint zurück und verteidigen, die Verteidiger werfen aufs Tor rennen zurück usw. usw. usw. Das wurde natürlich mit mehreren Dreiergruppen gemacht, aber nach 25 Minuten waren die meisten unserer Spieler so platt, dass sie nicht mehr ans Reden oder an Mädels denken konnten. Zu ihrer Ehrenrettung muss man sagen, dass die Anforderungen an einen Handballer nun mal komplett anders sind und die Luft in so einer Halle extrem gewöhnungsbedürftig ist. Bei den abschließenden Torwurfübungen und vor allem dem Abschlussspiel stellten sich die Bad Boys dann wieder ganz gut an. Ja zugegeben, das lag auch daran, dass die Good Girl „gnädig“ waren (vielen Dank dafür!) und unsere Jungs mit schönen Pässen bedienten und gut aussehen ließen, aber alles in allem war das sehr in Ordnung. Fazit: Eine tolle Sache, die extrem Spaß gemacht hat. Nur einem nicht. Art Shala saß verzweifelt am Hallenrand und sagte: „Ich kann das nicht! Ich brauche einen Ball am Fuß! Mit der Hand geht das nicht!“ Ganz ruhig Art, das war eine Ausnahme, ab jetzt spielen wir wieder Fußball.


SZ