Das war´s

4. Juni 2019

Wenn man nach 20 Spieltagen in der Bezirksliga 55 Punkte und ein Torverhältnis von 85:20 hat, klingt das nach einer tollen Saison. Wenn dann aber eine der talentiertesten A-Jugend Mannschaften, die Bühl seit langem gesehen hat, das große Ziel Aufstieg in die Landesliga verpasst – trotz nur einer Niederlage und eines Unentschiedens in der kompletten Runde!!! – ist es eher eine gebrauchte Saison. Aber so ist das halt wenn 2 Mannschaften, die SG Ötigheim und die SG Bühl, die Liga überragen, und die Ötigheimer im direkten Vergleich gegen uns den einen Tick und das eine Tor besser waren.

Glückwunsch nach Ötigheim!  

Und ganz ehrlich, so richtig verdient hätten wir es nicht. Von den nackten Zahlen her vielleicht schon, aber es lief doch einiges unrund bei uns. Wobei „unrund“ noch sehr milde formuliert ist.

Sommervorbereitung und Vorrunde waren noch sehr gut. Da war eine engagierte Truppe am Start, die Spaß am Training hatte und richtig gut Fußball spielte. Die Hallenrunde war auch okay. Und dann kam der Bruch. Wieso und weshalb müssen wir Trainer erst noch genau analysieren. Aber plötzlich ließ die Trainingsbeteiligung nach und es wurde oft lustlos und mit mangelndem Einsatz trainiert. Die spielerische Linie ging verloren. Alle was vor der Winterpause noch super geklappt hatte, schnelles Passspiel, flüssige Kombinationen, viel Bewegung, verschwand nach und nach. Öfter kam die Spielerfrage: „Warum spielen wir nicht mehr so wie in der Vorrunde?“ Die Antwort ist einfach: weil ihr nicht mehr so trainiert habt. Man spielt so wie man trainiert. Das ist zwar eine Weisheit aus der Binsenkiste, aber sie stimmt nun mal. Der negative Höhepunkt war dann erreicht, als die heiße Abiturphase begann und wir teilweise mit nur 8 Mann auf dem Trainingsplatz standen. Es mag lustig aussehen, wenn 8 Spieler und 5 Trainer und Betreuer auf dem Rasen stehen. Es ist aber nicht lustig. Ganz im Gegenteil: es ist total frustrierend. Und zwar für beide Seiten. Ganz ehrlich Jungs, dass man trotz Abiturstress nicht in der Lage ist, zweimal die Woche 90 Minuten ins Training zu gehen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. JEGLICHES! Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass ein Spieler die Mannschaft 4 Runden vor Schluss im Stich lässt, weil er frustriert und enttäuscht von der Einstellung der anderen ist. Bei aller Liebe, das macht man nicht.

So, das musste jetzt mal raus.

Das Schöne am Sport ist aber, dass man die Fehler, die man gemacht hat, sofort wieder korrigieren kann. Das gilt für Trainer und Spieler. Denn bestimmt haben auch wir Trainer etwas falsch gemacht. Lasst uns daraus lernen und eine geile Saison 2019/2020 spielen. Lasst uns eine Mannschaft sein, die gemeinsam trainiert und spielt, die mal einen trinken geht, die sich auch mal streitet, die Spaß hat, die die Trainer mal verflucht und auch mal lobt. Kurz: lasst uns ein Team sein, dass zusammenhält und die richtige Einstellung hat. Der Erfolg kommt dann von ganz alleine. Denn wir werden mit den starken „alten Säcken“ des Jahrgangs 2001 und den nicht minder starken „jungen Hüpfern“ des Jahrgangs 2002 auch in der kommenden Saison wieder um den Aufstieg mitspielen.

Jetzt freuen wir uns auf das Bezirkspokalfinale und einen hoffentlich versöhnlichen Saisonabschluss am kommenden Samstag um 17:30 in Bietigheim. Gegner wird entweder die SG Würmersheim oder die SG Kappelrodeck sein.                 

SZ